Paul Eduard Rüdisühli
Maler & Kopist
26.06.1875 - 15.12.1938

Erhielt den ersten Malunterricht bei seinem Vater und studierte anschliessend vier Semester an der Kunstgewerbeschule Basel. 1892–98 Reise nach Rumänien mit längerem Aufenthalt in Bukarest bei seiner Schwester Sophie, die mit Carmen Sylva, der Königin von Rumänien, eng befreundet war. Dies machte sich Eduard Rüdisühli zunutze, um Aufträge zu erhalten. Reisen in die Türkei nach Konstantinopel und nach Griechenland. 1898–1911 in Basel tätig, 1905–1913 besass er einen Sommersitz in Porto Ronco, 1913–15 hielt er sich in Baden-Baden auf, 1915–1921 bewohnte er Schloss Luxburg bei Egnach, 1921–24 Schloss Wartensee bei Rorschach, 1924–29 die Villa Sumatra in Zürich, ab 1929 das St. Anna-Schloss am Rorschacherberg.
Eduard Rüdisühli war ein Lebemann und Komödiant, schlau, jedoch ohne Ehrgeiz, künstlerisch zwar begabt, doch zog er den sicheren Verdienst vor. Serienmässig fertigte er böcklinähnliche Motive in zahlreichen Variationen an und liess sie in Farbreproduktionen und auf Kunstkarten durch schweizerische (Frobenius AG, Basel), deutsche, italienische, polnische und russische Verlage vertreiben.
Seine Werke, die wie diejenigen seiner Brüder Hermann und Michael rückseitig auf kleinen, blau umrandeten Etiketten numeriert sind, liess er sich manchmal auch mit Juwelen, Teppichen, alten Waffen und dergleichen entgelten. Damit staffierte er seine Schlösser aus, die er inmitten von Kunst und Krempel zuletzt völlig verarmt bewohnte. 1965 wurde sein Nachlass, der vor allem aus 600 Ölbildern von ihm, seinem Vater und seiner Schwester bestand, im Ganthaus Basel versteigert.
Sein Œuvre umfasst mythologische und heroische Landschaften, weibliche Bildnisse, Allegorien und Kopien nach Werken von Böcklin, wofür er die Erlaubnis des Künstlers einholte. Sie sind korrekt als Kopien bezeichnet (Kentaurenkampf, Kunstmuseum Winterthur; Meeresstille). In seinen Landschaften griff er immer wieder Böcklin-Motive auf, vor allem die Birken aus dem Heiligen Hain und die Grabkammern der Toteninsel, die er in zahlreichen Variationen nachahmte. Er hatte eine Vorliebe für Herbststimmungen, speziell für Rotbuchen vor dramatisch gesteigerten Wolkenkulissen. Seine Gemälde versah er mit hochtrabenden Titeln: Die Insel wurde zum Eiland, die Küste zum Gestade und die Inselgruppe zum Archipel hochstilisiert. Eduard Rüdisühli war ungeheuer produktiv: Sein Gesamtœuvre dürfte gegen 2000 Gemälde umfassen.
(SIKART Lexikon der Kunst in der Schweiz, Hans Holenweg 1998)

Castello Monte Tabor
Grösse: 41cm x 41cm

Paysage visité Roumanie
Grösse: 52cm x 39cm

Schloss Luxburg Egnach bei Nacht
Grösse: 34cm x 27cm

Schloss Wartensee
Grösse: unbekannt

Dämon der Rache
Stich
Grösse: unbekannt

Skizze Toteninsel
Grösse: 24cm x 9cm

Portrait von Luise Rüdisühli
Grösse: 39cm x 52cm

Portrait von Jakob Lorenz Rüdisühli
Grösse: 52cm x 66cm

Rotbuchen im Herbst
Grösse: 39cm x 52cm

Portrait eines Jungen Mädchens
Grösse: unbekannt